9. Delegiertenversammlung am 20./21.03.2015 - Psychotherapeutenkammer Hessen

9. Delegiertenversammlung am 20./21.03.2015

Bericht von der 9. DV

Am 20. und 21. März 2015 tagte in Wiesbaden die Delegiertenversammlung. Thematisch stand die Selbsterfahrung im Rahmen der Ausbildung im Vordergrund. In einer fachöffentlichen Veranstaltung mit dem Titel „Verfahrensspezifische Konzeptionen von Selbsterfahrung in der Ausbildung“ stellten Frau Dr. Böhme das Konzept der Lehranalyse und Prof. Dr. Heidenreich die verhaltenstherapeutische Konzeption vor. In der anschließenden Diskussion wurde dies um Aspekte aus den Bereichen der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie und der Gesprächspsychotherapie ergänzt. Deutlich wurde, dass die Konzeptionen eine sehr große Spannbreite aufweisen und insbesondere hinsichtlich der Reflexion der eigenen Persönlichkeit erheblich voneinander abweichen.

Anknüpfend an diese Veranstaltung wurde dann erörtert, ob eine berufsordnungsrechtliche Regelung aus der Musterberufsordnung übernommen werden soll, die insbesondere die Zielsetzung hat, Selbsterfahrungsleitung und die Durchführung anderer Teile der Ausbildung zum Schutz der Ausbildungsteilnehmer personell zu trennen,. Ein Konsens konnte hierzu nicht erreicht werden. Die Berufsordnung wurde im Weiteren um eine Regelung erweitert, die verdeutlicht, dass die für die Patientenbeziehung geltenden, grundlegenden ethischen Prinzipien auch in den weiteren Feldern psychotherapeutischer Berufsausübung (wie zum Beispiel Gutachtertätigkeit o.ä.) gelten.

Die Delegiertenkonferenz befasste sich mit dem Jahresabschluss 2014, der einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk des Wirtschaftsprüfers erhielt. Präsident Alfred Krieger teilte mit, dass der Vorstand angesichts des Jahresüberschusses von ca. 90 TEUR auch die Möglichkeit einer Beitragssenkung geprüft habe, aber wegen wachsender Aufgaben der Kammer und der damit einhergehenden Schaffung einer zusätzlichen halben Stelle sowie dem im Sommer bevorstehenden Umzug in neue Geschäftsstellenräume davon Abstand nimmt.

Die Ausgestaltung des Weiterbildungsganges Klinische Neuropsychologie war erneut Gegenstand der Beratungen. Diskutiert wurden unterschiedliche Vorstellungen über Anrechnungsmöglichkeiten von Leistungen, die vor der Approbation erbracht wurden. Angesichts deutlicher Differenzen wurde auf eine Abstimmung verzichtet und die zuständigen Ausschüsse der Kammer mit einer weiteren Prüfung der Optionen beauftragt.

Auf Vorschlag des Vorstands beschloss die Delegiertenkonferenz Resolutionen zu drei Themen. Eine Resolution zum Thema Datensicherheit im Gesundheitswesen fordert angesichts des Verdachts des Diebstahls von Zugangscodes für Datenträger und vor dem Hintergrund der Vorlage zum E-Health-Gesetz, dass der Schutz von Patientinnen und Patienten absoluten Vorrang haben muss.

Einschränkungen im Asylberwerberleistungsgesetz bezüglich der Behandlung psychischer Erkrankungen sollen nach Auffassung der Delegiertenversammlung abgebaut und eine angemessene Versorgung von Flüchtlingen sichergestellt werden.

Zur sachgerechten Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund fordern die Delegierten die Finanzierung von qualifizierten Dolmetschern durch die Krankenkassen, soweit die PatientInnen nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen und muttersprachliche Behandlung nicht möglich ist. Darüber hinaus soll die Möglichkeit der Erteilung von Ermächtigungen für muttersprachliche BehandlerInnen geprüft werden.