Bericht vom Treffen der PiA-Sprecher der hessischen Ausbildungsinstitute in Frankfurt - Psychotherapeutenkammer Hessen

Bericht vom Treffen der PiA-Sprecher der hessischen Ausbildungsinstitute am 11.02.2009 in Frankfurt

Auf Einladung der hessischen Psychotherapeutenkammer trafen sich am Mittwoch den 11. Februar 20 PiA-VertreterInnen aus 11 hessischen Ausbildungsinstituten in Frankfurt. Susanne Walz-Pawlita, Hans Bauer, Thomas Merz und Dr. Ulrich Müller hatten als Vorstandsmitglieder das Treffen vorbereitet.

Herr Jona Iffland, Sprecher der hessischen PiA-Vertreter, berichtete vom bundesweiten Treffen der PiA-Landessprecher bei der Bundespsychotherapeutenkammer im April 2008 in Berlin. Als Bundessprecher wurden dort Frank Mutert, Bayern und Kerstin Sude, Hamburg gewählt. Herr Iffland ordnete sich der AG Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung der PiA zu, andere Gruppen bildeten sich zur gegenwärtigen Ausbildungssituation in den Instituten und künftigen Veränderungsmöglichkeiten/Forschungsgutachten. Insgesamt sei das Treffen sehr loyal und lohnend gewesen, ein neues Treffen bei der Bundeskammer ist für Frühjahr 2009 geplant. Gleichzeitig teilte er mit, dass Frau Renate Schirmer, die zweite hessische Landessprecherin, demnächst ihre Ausbildung beende und nur noch bis Mai zur Verfügung stünde.

Anschließend wurde in den großen Themenbereichen „Zukunft der vertragsärztlichen Versorgung“ und „Kammerbelange der PiA“ verschiedene Einzelaspekte behandelt.

Dr. Ulrich Müller informierte über die neue Quotenregelung (20%) für KJP, in deren Folge die Niederlassungsmöglichkeiten für KJPiA in den nächsten Jahren deutlich besser werden dürften. In Hessen sei die Umsetzung der Bundesvorgaben noch nicht abgeschlossen, sie werde für den Mai erwartet. Aufgrund der regionalen Versorgungsunterschiede seien diese  KJP-Sitze vor allem in ländlichen Regionen, weniger in Ballungsgebieten neu zu besetzen.

Hans Bauer berichtete anschließend über die Folgen der Aufhebung der Altersgrenze in der vertragsärztlichen Versorgung für die künftigen Absolventen. Die Furcht, dass dadurch die Zahl der möglichen Kassensitze reduziert würde, sei weniger wahrscheinlich. Eher sei damit zu rechnen, dass durch die neuen gesetzlichen Möglichkeiten in Zukunft verstärkt halbe Praxissitze veräußert werden. Auf die letzte Woche versandte Umfrage der Kammer über die Zukunftsplanungen der älteren Kammermitglieder seien bereits in den ersten Tagen 200 Fragebogen eingegangen, die Auswertung werde in den nächsten Wochen erfolgen. Ergänzend wurde darauf hingewiesen, dass diese Möglichkeit vor allem auch für niedergelassene Kollegen interessant sei, die eine volle Kassenzulassung besitzen, ohne diese jemals ausschöpfen zu können. Auch dort werden vermutlich einige halbe Praxissitze frei werden.  Die anwesenden Vorstandsmitglieder sagten eine umfassende und regelmäßige Information der Kammermitglieder zu.

Thomas Merz und Susanne Walz-Pawlita stellten die Ambulanzvergütungen für die Zeit der Praktischen Ausbildung sowie vor allem neue Entwicklungen der Vergütung der Praktischen Tätigkeit (Psychiatriejahr) vor. Obwohl sich trotz umfassender Bemühungen keine Verankerung der PiA-Vergütung im Krankenhausreformgesetz (KHRG) erreichen ließ, gebe es eine deutlich zu beobachtende Bewegung in Hessen, berichtete Thomas Merz. In einzelnen Kliniken des LWV (Vitos-Kliniken) seien inzwischen Praktikantenverträge auf der Basis von Entgeltgruppe 13 geschlossen worden. Nach Absolvierung der Zwischenprüfung sei zudem das Kriterium der überdurchschnittlichen Leistung erfüllt, sodass eine Höherstufung innerhalb der EG 13 möglich sei, sowie erneut nach Erreichen der Approbation. Dieser Weg sei derzeit am aussichtsreichsten, da die Kliniken durchaus daran interessiert sind, qualifizierte PiA zu bekommen und dafür zu bezahlen. Dennoch sei die Handhabung in den Kliniken sehr unterschiedlich: je weiter die Kliniken von den geographisch Ausbildungsinstituten entfernt lägen, umso größer sei die Chance, eine höheres Entgelt zu vereinbaren. In diesem Zusammenhang bat Frau Walz-Pawlita die Institutssprecher erneut darum, die aktuellen P.T.-Vergütungen  für die einzelnen Kliniken zu erheben und der Kammer zu melden, auch um zu eruieren, ob die Gespräche des Kammervorstands auf verschiedenen Ebenen Erfolge zeigen.

Im offenen Austausch zu weiteren PiA-Belangen ging es zum einen um die Belegung der sog. „freien Spitze“, die in den einzelnen Instituten und Verfahren sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Ebenso wurde die Frage eingebracht, wie man die Ausbildungen und die unterschiedlichen Angebote der Institute vergleichen könne. Um auf dem Laufenden bleiben zu können, wurde darum gebeten, den regelmäßigen newsletter der Kammer auch dem Kreis der Anwesenden zugänglich zu machen.

Anschließend wurde beschlossen, den diesjährigen PiA-Tag in das Vorfeld (Freitag Nachmittag) des nächsten hessischen Psychotherapeutentags am 18./19. September zu legen. Dadurch sei eine enge Vernetzung mit den berufstätigen Kammermitgliedern sowie ein zusätzlicher Anreiz zum Besuch dieser Fachtagung gegeben. Der vorläufige Arbeitstitel: „Postmoderne Familien in Psychotherapie“ wurde von den PiA interessant gefunden. Den Instituten soll das Programm früh zugänglich gemacht werden, damit der Besuch dieser Kammerveranstaltung auch als Aus- oder Weiterbildungszeit anerkannt werden könne.

Neben dem Wunsch, die sozial- und berufsrechtlichen Informationen zu aktualisieren, bestand großes Interesse daran, auf dem hessischen PiA-Tag Fragen der Aus- und Weiterbildung im Gefolge des Forschungsgutachtens, Veränderungen des beruflichen Selbstverständnisses und Möglichkeiten beruflicher Tätigkeit im Ausland zu diskutieren. Jona Iffland und Stuart Massey werden aus dem Kreis der Institutesprecher an der Vorbereitung des hessischen PiA-Tages mitwirken.

Zum Abschluss dieses wechselseitig sehr informativen und produktiven Austauschs wurde Frau Sabine Wald vom Ausbildungsverbund KJP Riedstadt zur neuen hessischen Landessprecherin (KJP) und Nachfolgerin für Frau Schirmer gewählt. Damit haben auch in Zukunft beide Heilberufe einen Vertreter/eine Vertreterin in der Kammer. (SWP)