Bezahlung der PiA in der Praktischen Tätigkeit - Psychotherapeutenkammer Hessen

Bezahlung der PiA in der Praktischen Tätigkeit

Seit Jahren kritisieren PiA und Kammern die fehlende oder unzureichende Bezahlung der Praktischen Tätigkeit. Punktuell konnten Verbesserungen erreicht werden, in Einzelfällen wird – mit unterschiedlichem Erfolg – geklagt. Hier und da hört man die Forderung, der Bundesgesetzgeber möge für eine angemessene Bezahlung sorgen, ähnlich wie bei den Ärzten.

Das Problem an dieser Forderung: Der Bundesgesetzgeber kann das nicht. Es trifft auch nicht zu, dass er bei den Ärzten für eine Bezahlung gesorgt hätte und die Höhe hat er schon gar nicht festgelegt. Tatsächlich hat der Deutsche Bundestag durch eine Änderung der Bundesärzteordnung beschlossen, den Arzt im Praktikum mit Wirkung ab 1. Oktober 2004 ersatzlos abzuschaffen. Seitdem erhalten Mediziner mit erfolgreich abgeschlossenem Studium wieder sofort ihre Approbation als Arzt und den Status eines Assistenzarztes bei der Aufnahme einer Tätigkeit in einer Klinik.

Für diese Assistenzärzte schließen die Tarifvertragsparteien Tarifverträge ab, in der die Höhe der Bezahlung geregelt wird.

Die Qualifizierungsgänge für Ärzte einerseits und Psychotherapeuten andererseits sind nicht vergleichbar und es ist deshalb schwierig mit dem Gleichbehandlungsgrundsatz zu argumentieren, der nämlich besagt, dass wesentlich Gleiches gleich behandelt werden soll. Gerade die Assistenzärzte und die PiA sind unter rechtlichem Aspekt nicht vergleichbar, weil die Assistenzärzte approbiert sind und die PiA nicht.

Die angestrebte Reform des Psychotherapeutengesetzes zielt auf eine dem ärztlichen Ausbildungsmodell vergleichbare Ausbildung der Psychotherapeuten mit einer Approbation nach dem Studium und einer daran anschließenden Weiterbildung zum Erwerb der Fachkunde. Insofern ist das Psychotherapeutengesetz tatsächlich der zentrale Punkt, an dem anzusetzen ist. Der zweite sind dann die tariflichen Vereinbarungen. Auf die hat der Bundesgesetzgeber überhaupt keinen Einfluss. Das ist allein Sache der Arbeitgeber und der Gewerkschaften.

Theoretisch könnte verdi schon heute versuchen, eine tarifliche Regelung für PiA zu treffen. Ob man das versucht hat, wissen wir nicht; wir haben bei beiden Tarifparteien dafür geworben. Angesichts der rechtlichen Ausgestaltung der Praktischen Tätigkeit bestehen aber Hürden, die es der Arbeitgeberseite eher leicht machen, dagegen zu argumentieren. In den Tarifvertrag des Marburger Bundes kommen Psychotherapeuten ohnehin nicht herein, weil sie dort nicht Mitglied werden können und der Tarifvertrag nicht für sie gilt.