Landeskammer für
Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten
in Hessen

Der Ausschuss für ethische Fragen und Berufsordnung

“Ethik”
ist die Wissenschaft vom Sittlichen, d.h. vom sittlichen Wollen und Handeln (Seneca), fragt nach dem Wesen und dem Werte der Sittlichkeitstatsachen, deren Entwicklung genetisch verfolgt wird.

Aus dem ethischen Befund gewinnt die Ethik allgemeine Normen und fragt nach der Herkunft:

  • Kant unterschied in heteronome (theologische oder politische) und autonome (eigengesetzliche) Moral.
  • Ethik fragte nach dem Objekt des sittlichen Handelns.
  • Ethik fragte nach dem Zweck des Handelns.
  • Heraklit betrachtete als ethisch die Unterordnung der Individuen unter die Gesetze der Allgemeinheit.
  • Demokrit sah in der Glückseligkeit das höchste Gut.
  • Die Sophisten betonten die Relativität des Sittlichen.
  • Sokrates betonte die Allgemeingültigkeit der Moral.
  • Aristoteles meinte, die Tugend sei ein Wissen und ihrem Wesen nach eudämonisch: das Gute sei das Zweckvolle.
  • Bacon hob den Nutzen hervor.
  • Geulincx die Demut.
  • Leibniz lehrte die Vervollkommnung.
  • Kant wiederum begründete einen ethischen Rigorismus: Quelle des Sittlichen sei nicht die Erfahrung, sondern die praktisch gesetzgebende autonome Vernunft. Die Ethik sei die formale Philosophie, welche sich mit den Gesetzen der Freiheit beschäftige.
  • Riehl unterscheidet Ethik und Moralwissenschaft: ´Ethik gibt der Moral die Ziele, die Moral ist ein Weg zu diesen Zielen`.

 

Ich halte mich in der Balance der vielfältigen Aspekte und bin mit Paulsen der Auffassung:

´Es hat die Ethik auf Grund der Erkenntnis der menschlichen Natur überhaupt, besonders auch der geistigen und socialen Seite dieser Natur, Anleitung zu geben, die Aufgaben des Lebens überhaupt so zu lösen, dass dasselbe die reichste, schönste, vollkommenste Entfaltung erreicht`. Sie sei eine Theorie der Lebenskunst.”

Mit diesen Worten eröffnete Dirk Fiedler die konstituierende Sitzung des Ausschuss für Berufsordnung am 13.01.2003.

Auf der Delegiertenversammlung im September 2006 wurden nach der Neuwahl der Kammerdelegierten für die zweite Wahlperiode die Ausschüsse der Psychotherapeutenkammer neu besetzt. Durch die Wiederwahl des Ausschussvorsitzenden Dirk Fiedler (PP in Offenbach) und weiterer zwei bisheriger Ausschussmitglieder, des stellvertretenden Vorsitzenden Stephan Stanko (PP in Frankfurt) und von Stephan Jürgens-Jahnert (als KJP-Vertreter, PP und KJP in Wetter), war eine Kontinuität der Arbeit angebahnt; durch die Erhöhung der Mitgliederzahl des Ausschusses auf sechs und die Neuwahl dreier weiblicher Ausschussmitglieder gewann der Ausschuss durch weibliche Kompetenz (bisher waren die Männer unter sich), durch die Perspektive aus der Sicht angestellter PP  wie auch an Breite der vertretenen Verbände. Als weitere Mitglieder gehören dem Ausschuss Margitta Braun (PP in Schwalmstadt), Klara Kilber-Brüssow  (angestellt und niedergelassene PP in Frankfurt) und Dr. Cornelia Pickl  (angestellt und niedergelassene PP in Griesheim) an.

Dirk Fiedler

für den Ausschuss