Haftpflicht für „ausbildungsbeauftragte PsychotherapeutInnen“ in den Kliniken

Die Berufsordnung der Psychotherapeutenkammer schreibt in § 6 Absatz 6 vor: „Sie [die PsychotherapeutInnen] sind verpflichtet, sich hinreichend gegen Haftpflichtansprüche aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit zu sichern.“

Gängige Verträge zur Berufshaftpflicht versichern die Haftpflicht als selbständige PsychotherapeutInnen. Die Tätigkeit an einem Krankenhaus als Angestellte ist von der Haftpflichtversicherung ausgeschlossen. Dieses Risiko hat der Arbeitgeber (z. B. ein Krankenhaus) auch gewöhnlich über eine Betriebshaftpflichtversicherung versichert. Wenn Geschädigte gegen PsychotherapeutInnen vorgehen, haben diese gegenüber Ihrem Arbeitgeber aus der dienstlichen Tätigkeit einen Freistellungsanspruch , d. h. ihr Arbeitgeber haftet für sie bei dienstlichen Tätigkeiten. Das umfasst auch Schäden aufgrund grober Fahrlässigkeit, allerdings nicht Vorsatz und auch die strafrechtliche Verantwortlichkeit bleibt bei der jeweils handelnden Person.

Übt eine KollegIn in der Klinik die Funktion einer „ausbildungsbeauftragten PsychotherapeutIn“ aus, die PsychotherapeutInnen in Ausbildung anleitet und supervidiert, so möchten wir darauf hinweisen, dass die PatientInnen, die von den PiAs versorgt werden, immer die PatientInnen der entsprechend ausbildungsbeauftragten PsychotherapeutIn sind.

KollegInnen, die in der Klinik die Funktion einer „ausbildungsbeauftragten PsychotherapeutIn“ ausüben, besitzen ebenfalls Versicherungsschutz aus der Betriebshaftpflichtversicherung des Arbeitgebers.

Im Fall der Insolvenz des Arbeitgebers kann der Versicherungsschutz gefährdet sein, wenn Prämien nicht entrichtet werden. In diesem Fall kann für die KollegInnen im Schadensfall ein finanzielles Risiko entstehen, das aber nicht absicherbar ist.

Rückfragen bitte an Karl-Wilhelm Höffler (khoeffler(at)ptk-hessen.de).