Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Psychotherapeutische Verfahren

Verschiedenste psychotherapeutische Verfahren in unterschiedlichen Settings finden in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie seit langem Anwendung. Während Verfahren wie Gestalttherapie, Körpertherapie, personenzentrierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen, Musiktherapie oder Familientherapie insbesondere in Institutionen (Beratungsstellen, Kliniken etc) angeboten und durchgeführt werden, können im Bereich der ambulanten Psychotherapie für Kinder und Jugendliche nur die sog. Richtlinienverfahren (analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Verhaltenstherapie)  durchgeführt werden, da nur diese bislang von den Kassen als Kassenleistung anerkannt sind.

Verhaltenstherapie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Verhaltenstherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das weitgehend auf den Grundlagen  der Lern- und Sozialpsychologie entwickelt wurde.
Zu Beginn einer Verhaltenstherapie wird eine eingehende Verhaltensanalyse im Rahmen der psychologischen Diagnostik erhoben, die sowohl das beobachtbare Verhalten, als auch kognitive, emotionale, motivationale und physiologische Vorgänge mitumfasst. Aus dieser Analyse entwickelt sich ein entsprechendes Störungsmodell und daraus die jeweils angemessene Behandlungsstrategie mit den erforderlichen verhaltenstherapeutischen Interventionen (stimulusbezogene Interventionen, Response-bezogene Interventionen, Methoden des Modell-Lernens, Methoden der kognitiven Umstrukturierung wie z.B. Problemlösungsverfahren, Selbststeuerungsmethoden). Je nach Alter der Patienten sind für die Beziehungsaufnahme und Kommunikation angemessene Formen, wie eher spielerische Interaktionsprozesse zu wählen.  Weiterhin sind die wesentlichen Bezugspersonen, gerade auch im Hinblick auf den Entstehungsprozess der Symptomatik, in den Behandlungsplan miteinzubeziehen.

Analytische und tiefenpsychologisch fundierte Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Analytische und tiefenpsychologisch fundierte  Kinder- bzw. Jugendlichenpsychotherapie sind Therapieverfahren auf der Grundlage der Psychoanalyse. Sie bieten den Patienten einen geschützten Raum, in dem sie ihre Probleme darstellen und die Krankheit verursachenden unbewussten Konflikte gestalten und auf den Therapeuten oder die Therapeutin übertragen können.
Kinder benutzen zur Darstellung ihrer Konflikte häufig Gestaltungsmittel wie Spiel oder Zeichnung, während Jugendliche das Gespräch suchen.
So entsteht mit dem Therapeuten oder mit der Therapeutin langsam eine Beziehung, in der sich die inneren Themen des Kindes oder Jugendlichen, seine Sorgen, Wünsche und Aggressionen, seine inneren Konflikte, Ängste und deren Abwehr entfalten können und mithilfe des Therapeuten emotional geteilt und in Worte gefasst werden. Beide lernen in diesem Prozess, die sich in der Therapie aufdrängenden Gefühle und Vorstellungen in einen Zusammenhang mit den Problemen und Symptomen des Kindes oder Jugendlichen zu bringen und auf diesem Weg deren Ursachen, die bisher unbewusst waren, zu verstehen und zu integrieren.
Ziel der psychoanalytischen bzw. tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie ist es, auf dem Wege dieses Prozesses, der seine Zeit braucht, dem kindlichen oder jugendlichen Patienten neue Möglichkeiten der psychischen Verarbeitung seiner Schwierigkeiten zu eröffnen, so dass die weitere Entwicklung und das innere Befinden nicht mehr durch neurotische Symptome oder Verhaltensauffälligkeiten beeinträchtigt werden müssen.

Personenzentrierte Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie

Die personenzentrierte Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen fußt auf den Grundlagen der Gesprächspsychotherapie von Carl Rogers. Im Zentrum steht dabei der kindliche oder jugendliche Patient, der durch sein Handeln, Spielen oder durch das Gespräch mit dem Psychotherapeuten seine inneren Konflikte äußert, darstellt und bearbeitet. Dadurch erhält das Kind / der Jugendliche Gelegenheit, die dazugehörenden emotionalen Bedeutungen seines Tuns und Erlebens zu entwickeln, wahrzunehmen und in sein psychisches Erleben zu integrieren.