GKV-Versorgungsstärkungsgesetz bedroht psychotherapeutische Kassensitze - Psychotherapeutenkammer Hessen

Sehr geehrte Kollegin,
sehr geehrter Kollege,

der Deutsche Bundestag berät derzeit den Entwurf eines GKV-Versorgungsstärkungsgesetzes. Durch eine dort vorgesehene Veränderung bei der Nachbesetzung frei werdender Praxissitze soll die angebliche Überversorgung abgebaut werden. Hessen ist das Bundesland, das von dieser Neuregelung bei der psychotherapeutischen Versorgung am stärksten betroffen wäre: Mit 980 von 2220 Praxen wäre fast jede zweite Praxis gefährdet.

Dazu hat die Kammer kürzlich alle hessischen Bundestagsabgeordneten angeschrieben und ihnen die Konsequenzen der geplanten Gesetzesänderung bei der Nachfolgebesetzung für ihren Wahlkreis vor Augen geführt.

Wir schlagen Ihnen vor, dass auch Sie Ihre Wahlkreisabgeordneten anschreiben. Dazu finden Sie hier

  • ein Musterschreiben sowie
  • eine Tabelle, in der alphabetisch nach Wahlkreisen geordnet die Bundestagsabgeordneten aufgelistet sind sowie die zugeordneten Planungsbereiche. Weiter angegeben sind die vorhandenen Kassensitze in der Gruppe der Psychotherapeuten sowie die Anzahl der gefährdeten Sitze.

In einem Wahlkreis können mehrere Bedarfsplanungsbereiche liegen. Das Muster ist so aufgebaut, dass nur ein Planungsbereich eingesetzt werden kann. Wir schlagen vor, den Planungsbereich Ihres Wohn- oder Praxisortes zu wählen.

Die Kammer hat gegenüber dem Land Hessen eine Stellungnahme abgegeben, um die hessische Positionierung im Bundesrat zu beeinflussen und außerdem ein Gespräch mit Staatssekretär Dr. Wolfgang Dippel und Fachreferentinnen geführt (hier finden Sie einen Link auf die Stellungnahme).

Auf Bundesebene vertritt die Bundespsychotherapeutenkammer den Berufsstand und hat in Anhörungen und in schriftlichen Stellungnahmen Position bezogen und diverse Presseveröffentlichungen initiiert (weitere Informationen finden Sie z.B. hier)

Letzte Meldung vom 9.2.15: Der Bundesrat hat die Problematik für die psychotherapeutische Versorgung erkannt und empfiehlt, die vorgesehene Regelung für die Arztgruppe der Psychotherapeuten bundesweit bis Anfang 2018 auszusetzen.

Sehr geehrte Kollegin, sehr geehrter Kollege, Sie sehen, dass Widerstand gegen unsinnige Regelungen möglich und erfolgversprechend ist. Bitte machen Sie mit Ihrem Schreiben an Ihre Bundestagsabgeordneten deutlich, dass Sie nicht bereit sind, fehlerhafte Bedarfsplanungen mit fatalen Folgen für die psychotherapeutische Versorgung widerspruchslos hinzunehmen.

Mit freundlichen Grüßen

Alfred Krieger
Präsident