21.01.2019

„Mehr Sensibilität für wachsende Bedeutung seelischer Erkrankungen“

Psychotherapeutenkammer signalisiert Gesundheitsminister Unterstützung  

  

Wiesbaden. Die Psychotherapeutenkammer Hessen rechnet in den kommenden fünf Jahren mit gezielten Verbesserungen im Gesundheitssystem des Bundeslandes – nicht nur in eher ländlichen Regionen, sondern auch mit Blick auf optimierte Hilfen für Menschen mit einer seelischen Erkrankung. „Inzwischen gehören psychische Erkrankungen zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen, dauerhafte Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentungen. Deshalb stimmt es uns zuversichtlich, dass diese Herausforderungen von Hessens Landesregierung erkannt und im Koalitionsvertrag verankert worden sind. Die Sensibilität für die wachsende Bedeutung seelischer Erkrankungen ist auch in der Landespolitik gestiegen“, erklärt die Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hessen, Dr. Heike Winter, am Montag (21.01.) zum Start der neuformierten hessischen Landesregierung in ihre erste Arbeitswoche.  

  

Reform der Ausbildung: Beratungsbedarf mit neue Wissenschaftsministerin Angela Dorn

 

Kammerpräsidentin Dr. Heike Winter: Sensibilität für Bedeutung seelischer Erkrankungen wächst auch in Hessens Landespolitik.

Die Psychotherapeutenkammer Hessen hat dem neuen Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, zu dessen Ernennung herzlich gratuliert: „Für diese sehr verantwortungsvolle Aufgabe wünschen wir Ihnen alles Gute, Gesundheit und besten Erfolg.“ Beim Verbessern der Gesundheitsversorgung werde die Psychotherapeutenkammer den neu ernannten Minister gerne mit Rat und Tat unterstützen: „Wir freuen uns, dass Sie den bisherigen Gesundheitspakt mit allen relevanten Akteuren weiterentwickeln und dabei künftig konsequenterweise auch Hessens Psychotherapeutinnen und -therapeuten einbeziehen wollen.“ Im Interesse einer verbesserten Versorgung psychisch erkrankter Menschen werde die Psychotherapeutenkammer mit dem Minister stets ideenreich, engagiert und vertrauensvoll zusammenwirken. Auch Hessens neue Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, erhielt ein Glückwunsch-Schreiben der Psychotherapeutenkammer. Mit Blick auf den Handlungsbedarf für die Landespolitik, der sich aus der Reform der Psychotherapeuten-Ausbildung (PsychThGAusbRefG) ergibt, signalisiert die Psychotherapeutenkammer Hessen der neuen Wissenschaftsministerin Angela Dorn im Glückwunschschreiben zeitnahen Beratungsbedarf: “Relevante Regelungen für die Zukunft dieser Ausbildung fallen in die Gesetzgebungskompetenz der Länder.“

  

Kammerpräsidentin: „Psychotherapie-Lücken schließen und Angebote besser vernetzen“

In ihrem Koalitionsvertrag haben sich CDU und Grünen in Hessen zum Ziel gesetzt: “Wir werden die Versorgung psychisch erkrankter Menschen in ihren eigenen vier Wänden verbessern, lange Wartezeiten verkürzen, Versorgungslücken schließen und die sozialpsychiatrischen Dienste der Kommunen stärken.” Wie in der Stadt Darmstadt (als Vorbild) sollen gemeinsam mit den Kommunen und den Kostenträgern landesweit Ansätze entwickelt werden, „bei denen Betroffene und Angehörige in psychischen Krisen dann beraten werden, wenn andere Dienste und Beratungsstellen geschlossen sind. Ziel ist es, in jedem Landkreis einen solchen Krisendienst zu initiieren.“ Dabei werde die Psychotherapeutenkammer die Landesregierung unterstützen. Psychotherapie-Versorgungslücken gibt es vor allem in ländlichen Regionen (wie z. B. dem Odenwaldkreis, dem Schwalm-Eder-Kreis, dem Werra-Meißner-Kreis sowie dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg). In diesen Regionen müsse die Zahl der Psychotherapie-Praxissitze dringend dem Bedarf angepasst werden: „Zudem werden wir gemeinsam überlegen, wie regionale Gesundheitszentren in den Landkreisen künftig mit ambulanten Psychotherapie-Angeboten gestärkt und vernetzt werden können.“ Die Koalitionspartner CDU und Grüne wollen bis zum Ende der Legislaturperiode in jedem Landkreis ein Gesundheitszentrum etablieren. In diesen Gesundheitszentren sollen alle Akteure und multiprofessionelle Teams zusammenarbeiten. Bei solchen Gesundheitsprojekten (auch z. B. zur Digitalisierung) könne die Psychotherapeutenkammer Hessen eine hilfreiche Partnerin für die Konzeption und praktische Umsetzung sein.

Zu den Aufgaben der Kammer gehören (laut Satzung) „Stellungnahmen zu gesundheitspolitischen Fragen, Gesetzes- und Versorgungsentwürfen, Gesetzen und Verordnungen“ sowie das Fördern der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen. – Die Psychotherapeutenkammer Hessen ist die Selbstverwaltung aller Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Kinder-  und Jugendlichen-Psychotherapeutinnen und  -psychotherapeuten des Landes. In der Psychotherapeutenkammer des Landes sind rund 5.400 qualifizierte Expertinnen und Experten organisiert – mehr als 1.000 von ihnen sind auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind Expertinnen und Experten für psychische Gesundheit und psychische Erkrankungen – sie tragen mit ihrer Tätigkeit zur Gesundheit in der Bevölkerung Hessens bei. Die Kammer setzt sich für leistungsfähige Versorgungsstrukturen und berufsübergreifende Zusammenarbeit ein. Sie arbeitet eng mit anderen Kammern zusammen und pflegt regen Austausch mit Organisationen des Gesundheitswesens in Gremien und Initiativen. (rge)

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