05.05.2019

„Psychotherapie-Versorgung in Psychiatrie-Kliniken verbessern“

Psychotherapeutenkammer Hessen: Leitliniengerechte Angebote sichern!
 
Die Psychotherapeutenkammer Hessen fordert eine bessere Personalausstattung der Psychiatrie-Kliniken und psychiatrischen Krankenhausabteilungen. Die gesetzlichen Vorgaben für die Personalausstattung (in der Psychiatrie-Personalverordnung – PsychPV) stammten aus dem Jahr 1991 und müssten dringend aktualisiert werden, heißt es in einer (am 5. Mai) in Wiesbaden veröffentlichten Resolution der Delegiertenversammlung der Kammer. Die Verbesserung der ambulanten und (teil-)stationären psychotherapeutischen Versorgung von Menschen mit komplexen und schweren, oft chronifizierten psychischen Erkrankungen ist nach Einschätzung der Kammer-Delegierten „eine der wichtigsten gegenwärtigen Herausforderungen für die Gesundheitspolitik“. 
 

Resolution für mehr Personal in Psychiatrie-Kliniken

 
Die Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Hessen begrüßt die Konstituierung der Besuchskommissionen, die im hessischen Gesetz zur Regelung des Rechts der Hilfen und Unterbringung bei psychischen Krankheiten (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz – PsychKHG) vorgesehen sind. Die Kammer sieht in diesen unabhängigen Besuchskommissionen nach eigenen Worten „ein wichtiges Instrument, die Qualität der Behandlung und der therapeutischen Settings in Psychiatrischen Kliniken und in psychiatrischen Krankenhausabteilungen in Augenschein zu nehmen und notwendige Verbesserungen anzustoßen“. Psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten wurden vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration für die Besuchskommissionen benannt. 
 
 
Überprüfbare Mindeststandards und zeitnahe Psychotherapie-Angebote für Patienten in Kliniken
 
 
Die Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Hessen nimmt die mediale Berichterstattung zu Vorfällen in der Psychiatrischen Klinik Frankfurt-Höchst sowie über die unterschiedliche Qualität der psychiatrischen Behandlung und der Unterbringung in anderen Kliniken zum Anlass, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und das Land Hessen aufzufordern, „sich für eine konzeptionelle Weiterentwicklung der stationären Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen stark zu machen und zügig eine leitliniengerechte Behandlung der Patienten sicherzustellen.“ Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) müsse dafür endlich Personalmindeststandards vorlegen, „die sich an aktuellen und evidenzbasierten Behandlungsleitlinien orientieren“ (wie es bereits vom PsychVVG im Jahr 2016 vorgesehen wurde). „Diese Personalmindeststandards müssen dann von den Kliniken zeitnah umgesetzt werden – zuverlässig und durch die Fachaufsicht in den Ländern überprüfbar. So können Psychotherapie-Angebote für Menschen mit psychischen Erkrankungen in Psychiatrien endlich durchgehend gewährleistet und auch qualitativ gesichert werden“, heißt es in der Resolution der Delegiertenversammlung der Psychotherapeutenkammer Hessen, die am Samstag (4.5.) in Wiesbaden einstimmig verabschiedet worden war. 
 
 
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(rge)
 
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