Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung

Überblick

Zu den Aufgaben der Landespsychotherapeutenkammer Hessen – als Organ der Selbstverwaltung –  gehören u.a. folgende in der Satzung benannte Bereiche:

  • die „Förderung, Gestaltung und Regelung der beruflichen Fort- und Weiterbildung nach Maßgabe des Hessischen Heilberufsgesetzes“ (§ 2.2)
  • „Stellungnahmen zu gesundheitlichen Fragen, Gesetzes- und Versorgungsentwürfen, Gesetzen und Verordnungen abzugeben“ (§2.6)
  • „auf Fragen der Ausbildung von PPs und KJPs Einfluss zu nehmen“ (§ 2.8)

In diesem Sinne wurde der Ausschuss für Aus- Fort- und Weiterbildung als ständiger Ausschuss in der Satzung der Kammer verankert (§12.5.3). In der vierten Wahlperiode wurden von der Delegiertenversammlung (DV) der Kammer 11 Ausschussmitglieder gewählt, die in der Zusammensetzung sowohl beide Berufsgruppen – Psychologische PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen –  als auch die Bandbreite anerkannter psychotherapeutischer Verfahren repräsentieren. So können in der Diskussion unterschiedliche psychotherapeutische Traditionen und Perspektiven zu Wort kommen mit dem Ziel, sich gemeinsam berufspolitisch zu positionieren. Dies erscheint uns gerade angesichts aktuell anstehender einschneidender gesetzlicher Veränderungsvorhaben wesentlich.  Der Ausschuss tagt ca. 6x/Jahr und erstattet der Delegiertenversammlung regelmäßig Bericht über seine Tätigkeit. Grundsätzlich beschäftigt er sich mit der Reflexion und inhaltlichen Weiterentwicklung der  Aus-, Fort- und Weiterbildungsordnungen, bzw. diesbezüglicher Gesetze. Im Einzelnen:

Ausbildung

Die Regelung der Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist über Vorgaben des Bundesgesetzgebers im PsychThG erfolgt. Hier werden sich in der Zukunft wesentliche Veränderungen ergeben. Im Rahmen der Umstellung von Diplomstudiengängen auf Bachelor- und Masterstudiengänge wurde seit langem eine Klärung der Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung auf Masterniveau gefordert. Die derzeitige rechtliche und wirtschaftliche Situation der Ausbildungsteilnehmer, ebenso wie die notwendige Verbesserung der Verknüpfung von Berufsrecht und Sozialrecht erforderten eine Reform.  Von Seiten des Gesetzgebers wurde eine grundsätzliche Neuregelung favorisiert, die Diskussion innerhalb der Profession mündete auf dem 25. DPT in einem Votum für ein Hochschulstudium der Psychotherapie mit abschließender Approbation und anschließender Weiterbildung in einem Verfahrens- und Altersschwerpunkt. Das sogenannte „Transitions-Projekt“ zur Neuordnung der Aus- und Weiterbildung auf Bundesebene wurde auch in der hessischen Kammer durch entsprechende Arbeitsgruppen begleitet, die sich mit dem Berufsbild des Psychotherapeuten, notwendig zu erlernenden Kompetenzen, Eckpunkten zur Novellierung der PsychThG, einer Approbationsordnung und der Struktur einer zukünftigen Weiterbildung beschäftigt haben. Aufgabe des Ausschusses ist es, diesen Prozess aktiv zu begleiten und Empfehlungen/Stellungnahmen für die Kammer zu erarbeiten.

Dokumente zum Thema – Links/Stellungnahmen der Kammer:

Weiterbildung

Die Kammer hat in den vorausgegangenen Wahlperioden eine Weiterbildungsordnung (WBO) entworfen, verabschiedet und kontinuierlich erweitert. In dieser werden die Bedingungen zum Erwerb einer Zusatzbezeichnung in definierten psychotherapeutischen  Anwendungsfeldern geregelt für PP und KJP nach der Approbation (z.B. in nach Inkrafttreten des PsychThG wissenschaftlich anerkannten Verfahren oder in Anwendungsfeldern, in denen Behandlungsbedarf epidemiologisch nachgewiesen wurde mit ausreichender wissenschaftlicher und praktischer Fundierung). So wurden in den letzten Jahren die Verfahren Klinische Neuropsychologie, Gesprächspsychotherapie und Systemische Therapie in die hessische WBO aufgenommen, Übergangsregelungen definiert und entsprechende Prüfungsausschüsse konstituiert – dies unter Einbeziehung  der jeweiligen Fachgesellschaften. Der Ausschuss befasst sich mit der kritischen Reflexion der Umsetzung der WBO, sowie mit der Diskussion und Erarbeitung der Einführung neuer Weiterbildungsbereiche gemeinsam mit dem Vorstand – und entwirft daraus Vorschläge zur Fortschreibung der WBO, die der DV vorgelegt werden.

Fortbildung

Die Mitglieder des Ausschusses sind nach Beschluss der DV automatisch Mitglieder der Akkreditierungs- und Zertifizierungskommission. Unter Akkreditierung ist die Anerkennung einer Fortbildungsveranstaltung für die Punktevergabe an die Teilnehmer zu verstehen, dies umfasst auch die Akkreditierung/Anerkennung von Supervisoren und Selbsterfahrungsleitern. Zertifizierung bedeutet die Anerkennung der von den Kammer-Mitgliedern eingereichten Fortbildungspunkte für die Erfüllung der berufs-, bzw. sozialrechtlichen Fortbildungsverpflichtung und die Erteilung des Fortbildungszertifikates. Die entsprechenden Anträge werden im Ausschuss geprüft,  Richtlinie ist die  Fortbildungsordnung der Kammer. Dabei werden die Ausführungsbestimmungen entlang der Fälle, daraus resultierender Fragen kontinuierlich präzisiert, sowie Vorschläge zur Aktualisierung der Fortbildungsordnung erörtert, diese ggfls. der DV vorgelegt. Einen breiten Raum in der Arbeit nimmt dabei die Akkreditierung neuer, innovativer Methoden ein. Zur  Beurteilung der jeweiligen wissenschaftlichen Begründetheit kann der Ausschuss vom Ausschuss für Wissenschaft und Forschung Stellungnahmen einholen.  

Auf Bundesebene wurde ein „Beirat zur Anerkennung von Fortbildungen“ gegründet, in dem der Ausschuss seit 2011 durch sein Mitglied Dr. Gaby Bleichhardt vertreten ist. Im Beirat werden Erfahrungen der Länder-Kammern ausgetauscht und Entscheidungen abgestimmt, um eine möglichst homogene Spruchpraxis zu erreichen.

Weitere Arbeitsbereiche des bisherigen Ausschusses waren:

  • Fortbildungsrichtlinien zur gutachterlichen Tätigkeit im Bereich Forensik
  • Fortbildungs-Curriculum zur psychotherapeutischen Akut-Versorgung im Notfall
  • Wissenschaftliche Begleitung und Auswertung eines Projektes zur Entwicklung von Rahmenbedingungen für Online-Intervision, z.B. hinsichtlich Sicherheitsstandards zum Datenaustausch

Links:

 

Mitglieder des Ausschusses

BleichardPassbildDr. Gaby Bleichhardt

ist in der Leitung der Psychotherapie-Ambulanz Marburg an der Philipps-Universität Marburg beschäftigt. Sie ist Verhaltenstherapeutin und ausgebildete Supervisorin (IFT) sowie zertifizierte CBASP-Supervisorin und -Trainerin. Zu den Störungsbildern Hypochondrie und somatoforme Störungen hat sie promoviert, drei Bücher sowie zahlreiche wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Bisherige Berufstätigkeiten bestanden in der kardiologischen Rehabilitation (Möhnesee), in der psychosomatischen Fachklinik Roseneck (Prien a. Ch.) sowie in der Abteilung Klinische Psychologie an der Universität Mainz. Seit 2007 ist sie berufspolitisch aktiv, 2009-2012 als Vorsitzende des Ausschuss für Aus- und Weiterbildung der LPK Rheinland-Pfalz, seit 2011 dann in Hessen in diesem Ausschuss sowie im Fortbildungsbeirat der Länderkammern auf Bundesebene. Seit November 2016 ist sie Ausschussvorsitzende.
Sven Baumbach

Dipl. soz. Päd./Arb., Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut,
mehrjährige Tätigkeit in Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie in Kinder- und
Jugendhilfe, seit 2016 niedergelassen in eigener Paxis für analytische und
tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Kassel. Für die
Psychodynamische Liste Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie Hessen seit
2016 Delegierter in der LPPKJP Hessen. Seit 2016 Bestellung zum
stellvertretenden Mitglied des Gemeinsamen Beirates der Landesärztekammer
Hessen und der LPPKJP Hessen. 2012-2015 tätig in der
Kandidat*innenvertretung auf Instituts-, Landes- und Bundesebene.
Prof. Dr. Hanna Christiansen

ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Psychologische Psychotherapeutin und Supervisorin (IFT) mit Fachkunde Verhaltenstherapie. Seit 2013 hat sie die Professur für Klinische Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Philipps-Universität Marburg. Sie leitet die Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie-Ambulanz Marburg (KJ-PAM) sowie das Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie-Ausbildungsinstitut (KJ-IPAM). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der ADHS (Diagnostik, Neuropsychologie, Therapieforschung), Kinder psychisch kranker Eltern und Angststörungen. Berufspolitisch ist sie seit 2016 in der Sprechergruppe der Fachgruppe Klinische Psychologie sowie seit 2017 im Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung der LPKKJP Hessen aktiv.

Barbara Feldmann-Schmidt

ist Psychologische Psychotherapeutin mit der Fachkunde Verhaltenstherapie (IFT) und Weiterbildung in Klinischer Neuropsychologie, seit 2004 niedergelassen in Bad Homburg. Seit 2016 Mitglied der Delegiertenversammlung für die Liste der DPtV und seit 2016 Mitglied im Landesvorstand der DPtV.
Erste berufspolitische Erfahrungen im Rahmen der GNP: seit 1999 Gutachterin für die GNP, seit 2007 Supervisorin GNP, seit 2014 Landesvertreterin für die GNP in Hessen.
Als Sachverständige für klinische Neuropsychologie der KV-Hessen und stellvertretendes Mitglied des Beratenden Fachausschusses der KV-Hessen tätig.

Im Rahmen der LPPKJP Hessen in den Ausschüssen: „Prüfungsausschuss klinische Neuropsychologie“, „Aus-, Fort- und Weiterbildung“ und „Qualitätssicherung" aktiv.

Tobias Günther

Psychologischer Psychotherapeut (Approbation 1999), Fachkunde in Tiefenpsychologie, Zusatztitel in Systemischer Therapie. Leiter eines Weiterbildungsinstituts mit Dozententätigkeit für Systemische Therapie und Beratung in Wiesbaden und Frankfurt, Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF). Mitglied der Delegiertenversammlung der LPPKJP Hessen. Kassenärztlich niedergelassen seit 1999 (mit Unterbrechung), jetzt in Frankfurt.
Alfred Krieger

Diplom in Psychologie 1977 in Marburg. Approbiert 1999 als PP und KJP. Als Psychoanalytiker (DPV, IPV, DGPT) seit 1998 in Wiesbaden niedergelassen. Von 1979 bis 2015 angestellt in einer Frankfurter Erziehungsberatungsstelle. Als Delegierter für die Integrative Liste des bvvp-Hessen aktiv seit Kammergründung und in div. Ausschüssen auf Landes- und Bundesebene (Angestellte, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie, Wissenschaft und Forschung, Finanzen). Als Präsident der hessischen Kammer in der letzten Wahlperiode Mitglied der Bund-Länder-AGs zum Berufsbild und zur Reform des PsychThG (Transitionsprozess).
Massey_Skatulla_20140428_webStuart Massey Skatulla

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut (Approbation 2013), Fachkunde in Tiefenpsychologie, Diplom-Pädagoge. Empirische Diplomarbeit über die Einführung des Curriculums 2000 der Pflegeberufe in England. Dozententätigkeit in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenbildung seit 2004. Von 2009 bis 2012 Kandidatensprecher auf Institute, Landes- und Bundesebene. Mitglied der Delegiertenversammlung der LPPKJP Hessen. Kassenärztlich niedergelassen in Offenbach am Main seit 2014.
Birgit Pechmann

PP, Psychoanalytikerin (DPG, DGPT), mehrjährige Tätigkeit in der Psychiatrie, seit 2010 niedergelassen in eigener Praxis für analytische und tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie in Wiesbaden, seit 2011 für die Psychodynamische Liste-PP Delegierte in der LPPKJP Hessen, dort 2011 – 2013 stellv. Vorsitzende des Ausschusses für Aus-, Fort- und Weiterbildung, 2013 – 2016 Mitglied des Vorstandes

Quaschner_2Dr. rer.nat. Kurt Quaschner

Dipl.-Psych.
Psychologischer Psychotherapeut
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Nach Studium der Psychologie und Philosophie in Würzburg seit 1981 an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatire und –psychotherapie Marburg beschäftigt. Dort als „Leitender Psychologe“ der Klinik sowohl für den Bereich Krankenversorgung wie auch den Bereich Forschung und Lehre zuständig.
Der Klinik angeschlossen ist das „Institut für Verhaltenstherapie und Verhaltensmedizin (IVV)“, ein stattlich anerkanntes Ausbildungsinstitut für die Ausbildung von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten und Psychologische Psychotherapeuten. Im Institut tätig als Vorstandsmitglied, geschäftsführender Ausbildungsleiter, Supervisor und Dozent, an anderen Ausbildungsinstituten ebenfalls als Dozent und Supervisor sowie als Selbsterfahrungsgruppenleiter.
Vom Landesprüfungsamt als Prüfer für die mündlichen PP- und KJP-Prüfungen bestellt, Mitglied der IMPP-Sachverständigenkommission für die schriftliche Abschlussprüfung.
Dr. Charlotte Weßlau

ist Psychologische Psychotherapeutin mit Fachkunde Verhaltenstherapie. Seit 2017 niedergelassen in eigener Praxis in Bad Vilbel nahe Frankfurt. Studium der Psychologie in Freiburg mit empirischer Diplomarbeit zum Thema exekutive Funktionen bei Kindern und Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störungen. Promotion an der Goethe-Universität Frankfurt mit Forschungsschwerpunkt „negative mentale Bilder bei Depression“. Seit 2016 Mitglied der Delegiertenversammlung der LPPKJP Hessen; hier auch Bundesdelegierte für die neu gegründete Liste VAIR. Dozentinnentätigkeit in der Ausbildung für Psychotherapeuten (v.a. Imaginative Verfahren). Seit 2017 im Ausschuss für Aus-, Fort- und Weiterbildung tätig.
Jörg Wollstadt

Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut mit Fachkunde Verhaltenstherapie (DGVT, DVT), niedergelassen in Dietzenbach.
Seit 2016 Mitglied der Delegiertenversammlung der LPPKJP Hessen für die Liste der DPtV. Mitglied im Landesvorstand der DPtV Hessen. Von 2006 bis 2011 Vorsitzender des Ausschusses für Qualitätssicherung der LPPKJP Hessen, 2011 bis 1016 stellvertretender Vorsitzender, seit 2016 wieder Vorsitzender dieses Ausschusses. Ebenfalls 2016 Bestellung zum stellvertretenden Mitglied des Gemeinsamen Beirates der Landesärztekammer Hessen und der LPPKJP Hessen. Seit 2017 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Aus-, Fort und Weiterbildung. Tätigkeit als Dozent und Supervisor für die Gesellschaft für Ausbildung in Psychotherapie in Frankfurt/M.