Ausschuss für ethische Fragen und Berufsordnung

Zentrale Aufgabe einer jeden Berufskammer ist die Kontrolle der Ausübung des Berufes durch die Berufsangehörigen, um im Sinne der Patientinnen und Patienten die Qualität der Tätigkeit zu garantieren. An dieser Stelle überträgt der Staat hoheitliche Aufgaben an den verfassten Berufsstand. Diese Tatsache bildet deswegen auch die Grundlage dafür, dass es sich bei der Psychotherapeutenkammer Hessen um eine Körperschaft öffentlichen Rechts handelt und die Berufsangehörigen zur Mitgliedschaft in dieser Kammer verpflichtet sind. Die juristische Grundlage für diese Regelungen findet sich im hessischen Heilberufsgesetz.

Der Ausschuss beschäftigt sich mit der „Berufsordnung der Landeskammer für Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -therapeuten Hessen“. In der Berufsordnung sind die grundlegenden Regeln psychotherapeutischen Handelns in Hessen niedergelegt. Im Rahmen dieser Regeln ist die Psychotherapeutin/der Psychotherapeut frei nach fachlichen Standards Behandlungen durchzuführen. Darüber hinaus verbindet die Kammer mit der Berufsordnung den Anspruch, auf eine ethisch verantwortungsbewusste Haltung der/des einzelnen Berufsangehörigen hinzuwirken. Auf der Bundesebene existiert eine Musterberufsordnung, die vom Deutschen Psychotherapeutentag verabschiedet wurde. Hieran orientiert sich die Psychotherapeutenkammer Hessen, ist jedoch durchaus frei, eigene Akzente zu setzen und damit von der Musterberufsordnung abzuweichen. Hier kommt die föderale Organisation der Bundesrepublik Deutschland zum Tragen und die Tatsache, dass die inhaltliche Organisation der Heilberufe, und damit auch die Berufsaufsicht, dem Landesrecht obliegt.

Wie jedes Regelwerk ist auch die Berufsordnung der hessischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten kein statisches Werk. Wertesysteme unterliegen Änderungen und Entwicklungen und werden von sich ändernden gesellschaftlichen Auffassungen beeinflusst. Auch die Berufsordnung bedarf deswegen einer ständigen Diskussion und Anpassung an gesellschaftliche Entwicklungen. Dem Ausschuss für ethische Fragen und Berufsordnung kommt in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, u.a. nach Auftrag der Delegiertenversammlung, Vorlagen zur Änderung der Ordnung zu erstellen, die dann der Delegiertenversammlung als Diskussions- und Entscheidungsgrundlage dienen.

Darüber hinaus wurde dem Ausschuss die Aufgabe einer Ethikkommission übertragen. Die Aufgabe dieser Ethikkommission ist die Beratung der Kammerangehörigen in berufsrechtlichen und berufsethischen Fragen. Dieses gilt insbesondere dann, wenn Berufsangehörige Forschungsvorhaben planen. Unter bestimmten Umständen sind Forscher verpflichtet, für Forschungsvorhaben die Stellungnahme einer berufsständischen Ethikkommission einzuholen.

 

Überblick über die bisherige Ausschussarbeit

Berufsordnung

Berufsordnung Berufsethik in der PT

Ethische Grundlagen und Prinzipien der psychotherapeutischen Berufsordnung und Berufspraxis:
spezielle Fragen in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Informationen Patientenrechtegesetz


Ausschussmitglieder:

Hans Bauer (Vorsitzender)

*1955, Psychologischer Psychotherapeut, Fachkunde TP, weitere Verfahren: Gestalttherapie, systemische Therapie, niedergelassen in Wiesbaden.
Liste: DPtV
Von 2002-2011 Vizepräsident der Psychotherapeutenkammer Hessen, Delegierter der Bundespsychotherapeutenkammer seit deren Gründung, Vorsitzender des Verwaltungsrates des Psychotherapeutenversorgungswerkes.
Seit 2016 Vorsitzender des Ausschusses für ethische Fragen und Berufsordnung der Psychotherapeutenkammer Hessen.
Eva Martina Bohn

Jg. 1966; Diplom-Psychologin PP, Psychoanalytikerin; langjährige Tätigkeit in der Jugend- und Familienhilfe, Fortbildungstätigkeit in der Krankenpflegeausbildung, 10-jährige Tätigkeit im Hospital zum heiligen Geist Frankfurt, Psychosomatische Klinik; seit 2012 niedergelassen in eigener Praxis für analytische und tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie in Frankfurt; Mitgliedschaften: DPG, DGPT.
Uta Cramer-Düncher

Uta Cramer-Düncher, Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde Verhaltenstherapie, weitere Verfahren: Gesprächspsychotherapie
Liste: Qualität durch Methodenvielfalt (QdM), die Liste,
Bis 2011 tätig in ambulanter Niederlassung in Frankfurt.
Mitglied des Gründungsausschusses der Kammer, Delegierte seit 2002, Mittglied im Vorstand der Kammer von 2002 - 2011, Vorsitzende des Prüfungsausschusses Klinische Neuropsychologie seit 2013
Mitglied des Ausschusses für Berufsordnung und ethische Fragen seit 2016.
Dr. Jona Ruben Iffland

Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut (KVT, Approbation 2012). Seit Ende 2012 Mitglied des Ausschusses ethische Fragen und Berufsordnung. Seit 2009 wiss. Mitarbeiter am Zentrum für Psychiatrie der JLU Gießen mit dem Forschungsschwerpunkt sozialkognitiver Neurowissenschaften, zudem klinische Tätigkeit und psychologische Leitung in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Uniklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen.
Mein Interesse liegt an der Umsetzung und Verschriftlichung ethischer Fragen unter der Berücksichtigung sich wandelnder gesellschaftlicher und rechtlicher Rahmenbedingungen. Hier ist mir zum einen die Wahrung der Rechte unserer Patienten und zum anderen die Wahrung unseres Berufsstandes und auch die damit verbundenen Berufsstandards wichtig.
Prof. Dr. Ulrich Müller

Dipl. Sozpäd., Magister Pädagogik, Philosophie und Kunstwissenschaften, Promotion zur „Ethik der Alterität“, in eigener Praxis seit 2001 in Fulda, seit 2012 an der Hochschule Hannover als Studiengangleiter; Forschung zu Trauma und Alterität. Mitglied des analytischen Instituts für Psychotherapie und Psychoanalyse in Kassel; seit 2006 als analytischer KJP in verschiedenen Gremien für die psychodynamische Liste (PD) KJP in der Delegiertenversammlung und in verschiedenen Ausschüssen der Hess. Kammer und auf Bundesebene tätig.
Mein Interesse an der Ausschussarbeit resultiert aus der Aufgabenstellung, wie die fachlichen Kompetenzen in eine Ordnung der Profession übertragen werden können, um die Bedeutung der Psychotherapie neben anderen heilkundlichen Tätigkeiten zu profilieren. Dadurch sollte es gelingen, den Anspruch an die eigene Arbeit in eine juristisch kodierte Ordnung zu übersetzen, um den verpflichtenden Wert und die Bedeutsamkeit der eigenen Arbeit im Selbstverständnis nach innen gegenüber den eigenen Kolleginnen und Kollegen zu veranschaulichen und nach außen gegenüber den Patientinnen und Patienten in ihrem qualitativen Anspruch zu vermitteln.
Petra Platner

Diplom-Psychologin
Psychologische Psychotherapeutin

Nach mehrjähriger Tätigkeit in der Psychotherapeutenkammer RLP als Referatsleitung für den Bereich Fort- und Weiterbildung und in meiner privaten Praxis bin ich seit 2013 niedergelassen in eigener Praxis in Rüsselsheim. Außerdem arbeite ich als Dozentin, führe ambulant Gruppentherapien durch und bin in der Weiterbildung zur Fachkunde KJP.

Berufspolitisch engagiert bin ich seit meiner PiA-Zeit und war in der vorangegangenen Legislaturperiode im Ausschuss für Qualitätssicherung unserer Psychotherapeutenkammer tätig. Aktuell bin ich außerdem Mitglied im Finanzausschuss.

Gerade als niedergelassene Therapeutin und mit den aktuellen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen ist es für mich wichtig, dass die Bedingungen für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen weiter verbessert werden, damit wir unsere Patienten, und auch uns selbst, angemessen und qualitativ gut versorgen können. Dazu gehört für mich auch eine kontinuierliche Fortbildung und die Auseinandersetzung mit der aktuellen Forschung und neuen bzw. anderen Methoden. Mut zu Neuem und zu Veränderungen sind für mich ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit und das möchte ich auch in der Kammerarbeit vertreten.
Ariadne Sartorius, KJP-VT

Langjährige Tätigkeit in der Jugendhilfe, Approbation 2006, seither
niedergelassen in eigener Praxis in Darmstadt, seit 2015 in
Frankfurt-Gallus. Seit 2006 tätig in verschiedenen Ausschüssen und Gremien
des bvvp, in der Psychotherapeutenkammer Hessen, in der
Bundespsychotherapeutenkammer, u.a. M KJP-Ausschuss der BPtK und der
Kassenärztlichen Vereinigung. Lehrtherapeutin und Supervisorin.

Die Berufsordnung gibt uns den ethischen Rahmen unseres täglichen
Handelns. Die Arbeit mit den Fragestellungen der Berufsordnung zwingt und
ermöglicht uns immer wieder, uns über unsere eigene Haltung in unserem
Beruf klarer zu werden, den Wandel kritisch zu reflektieren und Chancen
für Neues sinnhaft umzusetzen. Als KJP habe ich dabei insbesondere die
Rahmenbedingungen von dieser Berufsgruppe im Blick, da gerade in der
täglichen Arbeit mit Kindern und ihren Systemen weitere Herausforderungen
und Rahmenbedingungen zu berücksichtigen sind.
Besonders engagiert bin ich zudem seit meiner Approbation auch in Bezug
auf Fragestellungen, die Ausbildungskandidaten und Neuapprobierte
betreffen und beschäftigen. Wichtig ist mir zudem, dass unsere
Berufsordnung von Angehörigen aller Verfahren als Bereicherung und Rahmen
empfunden wird.