Ausschuss für Qualitätssicherung

Die Förderung der Qualität psychotherapeutischer Berufsausübung gehört zu den wesentlichen, sowohl, gesetzlich, aber auch fachlich und ethisch definierten Aufgaben der berufsrechtlichen Selbstverwaltung. Die Psychotherapeutenkammer Hessen hat dies in ihrer Satzung aufgegriffen, indem sie die Förderung der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen als relevantes Arbeitsgebiet (§ 2) definiert und organisatorisch durch die Einrichtung eines Ausschusses für Qualitätssicherung (§12) untermauert.

Aufgrund einer langen Reihe gesetzgeberischer Aktivitäten im sozialrechtlichen Bereich, sind PsychotherapeutInnen in allen Berufsfeldern in den letzten Jahren zunehmend mit Veränderungen und Regulierungen ihrer Tätigkeit konfrontiert.
Wurden durch die letzten Korrekturgesetze zum SGB V (u.a. Vertragsarztrechts-änderungsgesetz (2006), Versorgungsstrukturgesetz (2011), Wettbewerbsstärkungsgesetz (2007)) eher detaillierte Änderungen vorgenommen, so wird das GKV-Versorgungs-stärkungsgesetz (2015) durch seinen Auftrag zur Reform der Psychotherapie-Richtlinie weitreichende Auswirkungen auf die psychotherapeutische Berufstätigkeit und den Praxisalltag entfalten. Als weitere Konsequenz muss mit der verbindlichen Implementierung eines einrichtungsübergreifenden QS-Systems nach §137a SGB V gerechnet werden. Erste Überlegungen hierzu liegen in der vom Gemeinsamen Bundesausschuss in Auftrag gegebenen Projektskizze des Aqua-Institutes vor.
Darüber hinaus steht in der kommenden Legislaturperiode eine Reform des Psychotherapeuten-Gesetzes an, die u.a. zu grundsätzlichen Änderungen der Aus- und Weiterbildung im Bereich psychologisch-psychotherapeutischer Heilkunde und damit zu Auswirkungen auf die Strukturqualität unserer Tätigkeit führen wird.
Durch das E-Health-Gesetz (2016) erfährt die Digitalisierung des Gesundheitswesens eine weitere Beschleunigung. So ist u.a. eine Öffnung der Versorgung für telemedizinische Elemente sowie eine weitergehende Aggregierung und Speicherung von Daten intendiert, was neben Problemen für die Datensicherheit auch problematische Änderungen der Rahmenbedingungen psychotherapeutischer Tätigkeit mit sich bringen kann.

Der Ausschuss der vierten Wahlperiode hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, diese Entwicklungen zu beobachten, zu kommentieren und deren tatsächlichen Auswirkungen auf die Qualität der psychotherapeutischen Versorgung zu analysieren. Dabei ist besonders auf die häufige Konfundierung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung mit gesundheits-ökonomischen und Lenkungsinteressen im komplex gegliederten deutschen Gesundheitssystem hinzuweisen.

Aus dieser Perspektive ergeben sich sektorenübergreifend, also für die Tätigkeit in Praxen, Beratungsstellen und Kliniken, eine Reihe thematischer Schwerpunkte:

  • Versorgungsstruktur- und Versorgungsstärkungsgesetz und seine Folgen
  • Seelische Gesundheit und Internet: Chancen und Risiken des „E-Mental-Health“
  • Berücksichtigung von Qualitätsstandards
    – im Rahmen „Neuer Versorgungsformen“ und
    – bei der Diskussion der Reform der Psychotherapie-Richtlinien
    Kriterien sinnvoller Qualitätssicherung der Psychotherapie
  • Qualität von Bewertungsportalen
  • Patientensicherheit, -rechte und -informationen

Für die vierte Wahlperiode der Psychotherapeutenkammer Hessen hat die Delegiertenversammlung einen siebenköpfigen Ausschuss für Qualitätssicherung gewählt, dessen personelle Zusammensetzung einen Querschnitt anerkannter psychotherapeutischer Verfahren und Paradigmen repräsentiert. Deren unterschiedlich nuancierte Qualitätsbegriffe können in den Diskurs einfließen. Die Ausschussarbeit erfolgt i.d.R. in fünf Präsenzsitzungen pro Jahr, sowie bei Bedarf über Telefonkonferenzen, Email-Kontakte  etc., so dass ein flexibles Eingehen auf aktuelle Entwicklungen möglich ist, durch die die Arbeit des Ausschusses doch häufig bestimmt wird.
Einige der Ergebnisse der zurückliegenden Arbeit des Ausschusses in den letzten Wahlperioden sind hier aufgelistet.

Bisherige Stellungnahmen:

 

Mitglieder des Ausschusses für Qualitätssicherung:

Petra Bühler

Sarah Fanter (stellvertretende Vorsitzende)

Barbara Feldmann-Schmidt

Jan Freudenberger

Barbara Heipt-Schädel

Yvonne Winter

Jörg Wollstadt (Vorsitzender)


Vertreterin des Vorstands:

Else Döring