Psychotherapie in Institutionen

v.l.n.r. Gabriele Fock, Matthias Heitmann, Simone Stöckert, Karen Cornils-Harries, Lorenz Bock, Jonas Göbel, Renate Maurer-Hein, Britta Mai, Karl-Wilhelm Höffler

 

Das 1998 verabschiedete Psychotherapeutengesetz, das nach vorangegangenem jahrzehntelangem Bemühen der PsychotherapeutInnen um eine gesetzlich fundierte Eigenständigkeit in ihrer Berufsausübung am 1. Januar 1999 in Kraft trat, hatte zunächst unmittelbare Auswirkungen auf den Bereich der niedergelassen Tätigen. Deren unabhängige Berufsausübung wurde im SGB V verankert. Die positive Wirkung auf die angestellten KollegInnen ließ hingegen auf sich warten. So sind unsere Berufe in den Institutionen erst in einem Flächen-Tarifvertrag anerkannt, nämlich in der Entgeltordnung des TVöD-kommunal; die Verhandlungen zu anderen Entgeltordnungen laufen noch bzw. sind noch nicht begonnen.

Deshalb bewegt sich die Tätigkeit von PsychotherapeutInnen in Institutionen oftmals noch in einer vergütungsbezogen unbefriedigenden Grauzone. Auch unsere Leistungserbringung entsprechend Facharztstandard wird nach wie vor nicht angemessen gewürdigt. Die Gleichstellung mit FachärztInnen in Kliniken ist noch nicht verwirklicht und dort sowie in vielen anderen Bereichen konkurrieren wir mit Bachelor-, Master- und FH-AbsolventInnen. Mit Recht sind viele Angestellte unserer Berufsgruppen unzufrieden und wünschen sich mehr Anerkennung, einen klarer definierten Status, Aufstiegsmöglichkeiten und eine angemessene Bezahlung, die u.a. auch die erheblichen Ausgaben für Aus- und Weiterbildung mitberücksichtigt.

Gut ein Drittel der hessischen Kammermitglieder (wenn man die hinzurechnet, die zugleich als Angestellte und Niedergelassene arbeiten) ist in einem Angestellten- oder Beamtenverhältnis tätig.

Der Ausschuss Psychotherapie in Institutionen versteht sich als Interessenvertretung dieser großen Gruppe. Seine Mitglieder kommen aus den Bereichen Beratungsstelle, Kinder-und Jugendpsychiatrie, Erwachsenenpsychiatrie und Rehabilitation, sind KJP, PP und eine PiA und decken von daher ein breites Spektrum ab. Alle großen Fraktionen der Delegiertenversammlung sind im Ausschuss vertreten. Wir treffen uns etwa fünfmal jährlich zusammen mit einem Beauftragten des Kammervorstands.

Der Ausschuss stellt eine Schnittstelle dar, zumal alle Mitglieder zugleich auch in anderen organisatorischen Zusammenhängen wie Berufs- und Therapieverbänden, Gewerkschaft, Politik und auf der Kammer-Bundesebene tätig sind. Zwei Ausschussmitglieder gehören dem Bundesausschuss Psychotherapie in Institutionen an.

Der Ausschuss berät den Vorstand in allen Belangen der Angestellten, bringt von sich aus Initiativen ein und wirkt an der Klärung von Problemen mit, die aus der Mitgliedschaft an die Kammer herangetragen werden. Zur Verdeutlichung nachfolgend einige Tätigkeitsschwerpunkte aus dieser Wahlperiode:

  • Klärung der rechtlichen Aspekte unserer Tätigkeit, der Förderung von Rechtssicherheit und der Positionierung gegenüber anderen Berufen, die im gleichen Feld tätig sind
  • Begleitung der Gespräche des Vorstands mit der Geschäftsführung von Vitos; Vorbereitung von Treffen
  • Bemühen um Erreichen besserer Bedingungen für PsychotherapeutInnen in Ausbildung
  • Förderung der Psychotherapie und der Tätigkeit von PP und KJP in Beratungsstellen
  • Erarbeitung von Positionen zu Gesetzesvorhaben (z.B. Hessisches Psychisch-Kranken- Hilfegesetz), die dann in Stellungnahmen des Vorstands einfließen
  • Auseinandersetzung mit dem Entgeltsystem PEPP, auch durch Interventionen auf der Bundesebene
  • Beantwortung von Anfragen aus dem Mitgliederbereich
  • Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen mit angestelltenrelevanten Themen

Wir sind auch schon mehrmals mit einer kleinen Abordnung bei therapeutischen Teams oder lokalen Arbeitsgruppen unserer Berufe zu Gast gewesen. Es ist uns wichtig, vor Ort Ihre Fragen zu diskutieren und zu beantworten, Anregungen und Kritik aufzunehmen und uns über Ihre Arbeitsbedingungen berichten zu lassen.

Die zentrale E-Mail-Adresse für die direkte Kontaktaufnahme mit dem Ausschuss ist:

pti(at)ptk-hessen.de

 

Mitglieder des Ausschusses Psychotherapie in Institutionen (PTI):

Britte_MaiBritta Mai (Vorsitzende)
Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde VT
Ausschussvorsitzende

Ich habe von 2006-2014 in der Arbeitskreisleitung der Sektion Klinische Psychologie des BDPs die Belange von angestellten RehapsychologInnen vertreten. Dabei war mir neben der Stärkung unserer Berufsgruppe im medizinischen Kontext die Verzahnung von Wissenschaft und Praxis ein besonderes Anliegen. Nachdem ich in den vergangenen Wahlperiode für fünf Jahren als Mitglied bereits im Ausschuss tätig war, möchte ich diese Erfahrung nutzen, um die Belange und Interessen aller in Anstellung und in Ausbildung befindlichen PsychotherapeutInnen zu vertreten. Meine Interessenschwerpunkte sind u.a. eine facharztäquivalente Vergütung, angemessene Aufstiegsmöglichkeiten, die Erweiterung und Anerkennung sowie den Erhalt vielfältiger psychotherapeutischer Kompetenzen in Arbeitsfeldern wie der Psychiatrie, der Kinder- und Jugendhilfe, den Beratungsstellen und der Rehabilitation dar, um nur einige zu nennen.

  • 1993 Abschluss als Diplom-Psychologin (JLU-Gießen)

  • 1999 Approbation als Psychologische Psychotherapeutin für Verhaltenstherapie (Ausbildung JLU-Gießen)

  • 1993-1994 Ausbildung in Gesprächspsychotherapie

  • 1994-1995 Asklepios Klinik (Neurologische Klinik Bad Salzhausen)

  • Seit 1995 angestellt im Rehazentrum Bad Nauheim (Schwerpunkt: Kardiologie)

  • Dozentin im Bereich Gesundheitsmanagement

  • Kursleiterin für die Krankenkassen im Bereich Gesundheitsförderung

  • Für die VT- AS- Liste im PTI- Ausschuss
    Lorenz Bock
    Psychologischer Psychotherapeut, Fachkunde VT

    Für die Ausschussarbeit ist mir wichtig die Belange der PiAs in den Fokus zu rücken, da sie einen beträchtlichen Anteil der Angestellten in Kliniken darstellen und deren Vergütung in weiten Teilen der Tätigkeit unangemessen ist. Gleichzeitig ist es strukturell sehr schwierig für PiAs sich neben den Anforderungen an einen Berufsanfänger zu organisieren und berufspolitisch aktiv zu sein. Davon abgesehen möchte ich Psychotherapeuten unterstützen, die in Disziplinen arbeiten, die nicht zu den typischen Einsatzgebieten von Psychotherapeuten zählen. Es gibt Fachdisziplinen (z.B. Gynäkologie, Chirurgie, Innere, Neurologie) die von einer Erweiterung um psychotherapeutische Kompetenzen profitieren könnten.

  • 2012 Diplom-Psychologie, Goethe-Universität Frankfurt

  • 2012 Approbation als Psychologischer Psychotherapeut für Verhaltenstherapie (Ausbildung GAP Frankfurt)

  • 2012 - 2013 Allgemeinpsychiatrie St. Valentinus-Krankenhaus Bad Soden (Taunus)

  • 2013 - 2018 Spezielle Schmerztherapie am Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim

  • ab 2018 Multimodale Schmerztherapie am Sana Klinikum Offenbach

  • Für die VT- AS- Liste im PTI- Ausschuss
    Karen Cornils-Harries
    Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde TP

    In meiner Mitarbeit im PTI-Ausschuss möchte ich mich dafür einsetzen, dass psychotherapeutische Kompetenz und Professionalität, die eine hohe Qualität in der Behandlung und Begleitung von Patienten in interdisziplinär besetzen Teams darstellt, Wertschätzung und (auch finanzielle) Anerkennung genießt, und in Stellenplänen (auch und gerade in Beratungsstellen und Jugendhilfe) und Leitungsfunktionen fest verankert ist. Unterschiedliche methodische Perspektiven sollten auch in diesen Bereichen selbstverständlich sein.

  • Studium der Psychologie, Abschluss 1982 (Universität Hamburg, Institut für Klinische Psychologie)


  • 2 Jahre angestellt in der stationären und ambulanten Behandlung von Drogenabhängigen


  • 1987-89 Weiterbildung in Systemischer Therapie


  • 1999 Approbation als Psychologische Psychotherapeutin für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (Weiterbildung u.a. DFT, ÄWK München, John-Rittmeister-Institut Kiel)


  • Ab 1985 Angestellte an der Universität Hamburg, zunächst 5 Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschung und Lehre, dann10 Jahre in der psychologischen Beratung und Therapie von Studierenden am Zentrum für Studienberatung und Psychologische Beratung der Universität


  • Seit 2001 niedergelassen in Praxengemeinschaft in Marburg


  • Für die Psychodynamische Liste PP im Ausschuss
    Karina Messi Ebanda
    Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde VT

    Ich möchte meine langjährige Erfahrung in Anstellung sowohl als PPIA als auch zuletzt in Leitungsfunktion einbringen, um die Position unserer Berufsgruppe insbesondere in Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik zu verbessern und zu stärken. PPIAs und Psychologische Psychotherapeuten tragen entscheidend zu einer hohen qualitativen Versorgung der stationären und teilstationären Patienten in Akut- und Rehakliniken bei. Mit der Einführung eines pauschalierenden Entgeltsystems Psychiatrie und Psychosomatik wird zukünftig der Bedarf an hochqualifiziertes therapeutisches Personal – und somit an Psychologischen Psychotherapeuten - bestehen. Eine entsprechende Vergütung und Anerkennung unserer Berufsgruppe in den Kliniken ist jedoch bedauerlicherweise immer noch eine Ausnahme. Für die PPIAs, die ihre Ausbildungskosten selber tragen müssen – im Gegensatz zu den Ärzten, die ihre Facharztweiterbildung von den Kliniken finanziert bekommen – ist die fehlende oder ungemessene Vergütung eine nicht hinnehmbare Belastung. Für meine Ausschussarbeit ist mir jedoch wichtig, mich für die Stellung, Interessen und die Anerkennung aller in Institutionen tätigen PPIAs und Psychologischen Psychotherapeuten aktiv und konstruktiv einzusetzen.

  • Studium an der Justus-Liebig-Universität Gießen

  • Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin an der Gesellschaft zur Ausbildung in - Psychotherapie (GAP) in Frankfurt

  • Approbation seit September 2009

  • Bis Ende 2016 über 12 Jahre in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Main - Kinzig-Kliniken in Schlüchtern tätig, zuletzt als Leitende Psychologin

  • Seit 2015 bin ich in eigener Praxis mit hälftigem Versorgungsauftrag in Kronberg niedergelassen.

  • Für die VT- AS- Liste im PTI- Ausschuss
    Gabriele Fock (stellv. Ausschussvorsitzende)
    Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde TP
    (stellv. Ausschussvorsitzende)

    Für die Ausschussarbeit ist mir wichtig die Belange von Angestellten in Beratungsstellen und Kliniken zu vertreten. Psychologische Psychotherapeuten sollten einen Facharztstatus haben. In der Psychotherapie halte ich Methodenvielfalt für sinnvoll.

  • 1995 Diplom Psychologin (JLU Giessen)

  • 1999 Approbation als Psychologische Psychotherapeutin für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

  • Gestalttherapeutin

  • Von 2007 bis 2017 angestellt beim Diakonischen Werk Waldeck-Frankenberg in Korbach als Leitung der Suchtberatung und Durchführung von Ambulanter Rehabilitation bei Abhängigkeitserkrankungen

  • Von 2011 bis 2017 Forensische Sachverständige der hessischen Psychotherapeutenkammer für das Tätigkeitsfeld „Familienrecht“

  • Seit 2017 niedergelassen als Vertragspsychotherapeutin für tiefenpsychologisch fundierte Einzel- und Gruppenpsychotherapie in einer Gemeinschaftspraxis in Frankenberg / Eder.

  • Für die Deutsche Psychotherapeutenvereinigung (DPTV) im PTI-Ausschuss
    GoebelJonas Göbel
    Erziehungswissenschaftler, Fachkunde TP-KJP

  • Dozent an der Katholischen Hochschule Mainz und Supervisor für Akteure der Jugendhilfe

  • Angestellt im Zentrum für Beratung und Therapie (ZBT) in Wiesbaden für die Bereiche Erziehungsberatung, Psychotherapie und Traumatherapie für Jungen nach sexualisierter Gewalterfahrung in Kooperation mit "Wildwasser Wiesbaden e.V"

  • Berufspolitisch aktiv für die Deutsche Fachgesellschaft für Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (DfT)

  • Für die "Integrative Liste" im PTI-Ausschuss
    PTI-Bild-Heitmann-20140612Matthias Heitmann
    Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, Fachkunde TP

    Mein Anliegen in der berufspolitischen Arbeit ist es, psychotherapeutische Kompetenz in Institutionen in ihrer Vielfallt und Bedeutung gut zu verankern; zu gewährleisten, dass auch zukünftige Psychotherapeuten die Möglichkeit haben, aus unterschiedlichen methodischen Blickwinkeln sich einen verstehenden Zugang zum Leid des Patienten erarbeiten zu können.

  • Studium an der Justus-Liebig-Universität Gießen

  • Angestellt als Leitender klinischer Psychologe und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut im Clementine Kinderhospital Frankfurt

  • Psychotherapeutische Praxistätigkeit (Privatpraxis)

  • Dozent und Supervisor

  • konsiliarische Beraterfunktion für die Waisenhausstiftung Frankfurt am Main
  • Scheidungs- und Trennungsberatung

  • Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen der LPPKJP Hessen (PTI, KJP-AG)

  • Für die Psychodynamische Liste KJP im PTI-Ausschuss
    Maurer-Hein_mit_Copyright_Petra-Killig-WiesbadenRenate Maurer-Hein
    Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde TP

    Die Mitarbeit im Ausschuss ‚Psychotherapie in Institutionen‘ interessiert mich, weil dort Kolleginnen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern ihre psychotherapeutische Professionalität einbringen und aktuelle fachliche wie auch berufsständische Fragestellungen bearbeiten. Durch die personelle Verknüpfung mit anderen Gremien der Landes- wie auch der Bundeskammer können Ergebnisse, Anfragen und Forderungen aus der Ausschussarbeit dort zielgerichtet eingespeist werden – und umgekehrt.
    Das ‚psychotherapeutische Tun‘ als unverzichtbaren Beitrag in meist interdisziplinär zusammengesetzten Teams immer wieder herauszuarbeiten – darin sehe ich die Hauptaufgabe des Ausschusses, wobei ich aufgrund meiner beruflichen Herkunft den Fokus auf die psychotherapeutischen Aufgabenstellungen in der Jugendhilfe richte.

  • Studium in Mainz und Heidelberg

  • Arbeit mit delinquenten Jugendlichen (stationäre Bewährungshilfe)

  • Leiterin in Erziehungsberatungsstellen in Frankfurter Sozialen Brennpunkten

  • Lehrbeauftragte an der Frankfurt University of Applied Sciences

  • Seit 2012 bin ich im Ruhestand

  • Als ehrenamtliches Vorstandsmitglied eines Freien Trägers der Jugendhilfe in Frankfurt am Main tätig

  • Für Qualität durch Methodenvielfalt‘ (QdM) im Ausschuss
    Simone Stöckert
    Psychologische Psychotherapeutin, Fachkunde TP, Gruppentherapie

    Für die Ausschussarbeit ist mir wichtig, die Integration verschiedener Richtungen innerhalb der Psychotherapie und verwandten Professionen voran zu bringen. Auf diesem Weg können Therapeuten mehr Einfluss nehmen und besser für das Wohl ihrer Patienten sorgen. Dies entspricht auch den wissenschaftlichen Standard von heute, welche die wichtige Bedeutung der unspezifischen Wirkungsfaktoren nachweist. Konkurrenz schadet der Berufsgruppe und der Aufgabe der Gesundheitsförderung, welche sich wiederum gesamtgesellschaftlich ausbreitet.

  • Studium an der Justus-Liebig-Universität in Gießen

  • Beratungsstelle für Familien, Eltern und Jugendliche

  • Ausbildung in Psychotherapie (WIAP) in Wiesbaden gemacht

  • Approbation im Frühjahr 2015

  • Im Rahmen der Ausbildung: Tätigkeit in psychosomatischen Rehabilitationskliniken sowie in der Institutsambulanz

  • Seit Juli 2018 niedergelassen in eigener Praxis, in welcher zuvor ein Angestelltenverhältnis bestand

  • Nebenberufliches Engagement als Dozentin an der Universität Gießen

  • Für die DPTV im PTI-Ausschuss